Geräteregal, Gitarren und Sessel im Flur der Regie (mit AI erstelltes Bild)AI
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Konzertplanung · Verträge

Konzert Konditionen: Gage, Deals und Konzertvertrag

Ein Angebot für einen Auftritt besteht aus mehr als einer Zahl. Wer die gängigen Modelle kennt, erkennt schnell, wer welches Risiko trägt und wo sich das Nachfragen lohnt.

Wer trägt das Risiko?

Jedes Konzertangebot beantwortet im Kern eine Frage: Wer verliert Geld, wenn wenige kommen, und wer gewinnt, wenn der Saal voll ist? Bei einer festen Gage trägt der Veranstalter das Risiko, dafür behält er den Überschuss. Bei einer reinen Beteiligung an den Einnahmen trägt die Band einen Teil des Risikos und profitiert dafür mit, wenn es gut läuft.

Fast alle Konditionen sind Mischungen aus diesen beiden Polen.

Beurteile ein Angebot deshalb nach seiner Logik, nicht nach der Höhe. Ein bescheidenes Fixum in einem Ort, der sicher voll wird, kann schlechter sein als eine Beteiligung. Umgekehrt schützt dich eine Garantie, wenn du in einer neuen Stadt spielst und niemand weiß, wie viele Menschen kommen.

Die vier gängigen Modelle

Die Fixgage ist das einfachste Modell: ein vereinbarter Betrag, egal wie viele Tickets verkauft werden. Beim Türdeal teilen sich Band und Veranstalter die Einnahmen an der Abendkasse und aus dem Vorverkauf nach einem festen Schlüssel, oft erst nachdem bestimmte Kosten abgezogen sind. Die Garantie plus Anteil kombiniert beides: Die Band bekommt ein sicheres Minimum und ab einer bestimmten Besucherzahl zusätzlich einen Anteil.

Das vierte Modell ist der Hut oder der freie Eintritt mit Spende. Hier sammelt die Band selbst am Ende des Abends, manchmal ergänzt durch Getränke und eine kleine Pauschale. In Bars und bei Straßenfesten ist das häufig, und es kann erstaunlich gut funktionieren, wenn das Publikum den Auftritt wirklich wahrnimmt. Welche Variante passt, entscheiden Ort, Bekanntheit und Art des Abends.

Die Raummiete in der letzten Tabellenzeile ist streng genommen gar kein Deal, sondern der Schritt zur Selbstveranstaltung: Die Band mietet den Raum, kassiert alles selbst und übernimmt damit auch die Rolle des Veranstalters, mit allem, was dazugehört, und das wäre ein eigener Artikel.

Gängige Modelle für Konzertkonditionen und wer dabei das Risiko trägt
ModellSo funktioniert esRisiko liegt meist bei
FixgageVereinbarter Betrag unabhängig vom KartenverkaufVeranstalter
TürdealEinnahmen werden nach festem Schlüssel geteiltBand und Veranstalter gemeinsam
Garantie plus AnteilSicheres Minimum, ab Schwelle zusätzlicher AnteilÜberwiegend Veranstalter
Hut oder SpendeFreier Eintritt, Band sammelt selbstÜberwiegend Band
RaummieteBand mietet Raum und kassiert alles selbstBand vollständig

Ein Türdeal Schritt für Schritt erklärt

Beim Türdeal lohnt es sich, die Rechnung einmal mit dem Stift durchzugehen. Zuerst stehen die Bruttoeinnahmen aus allen verkauften Karten. Davon gehen häufig die Umsatzsteuer und Gebühren des Ticketsystems ab, je nach Vereinbarung auch die Abgabe für die Musiknutzung, die in Österreich der Veranstalter bei der AKM anmeldet und bezahlt. Manche Veranstalter ziehen außerdem vereinbarte Kosten wie Ton, Licht oder Werbung ab, bevor geteilt wird. Erst der Rest wird nach Schlüssel verteilt.

Die folgende Beispielrechnung zeigt die Logik, keine echte Abrechnung. Angenommen, nach allen Abzügen bleiben siebzig Prozent der Bruttoeinnahmen übrig, und vereinbart ist ein Schlüssel von siebzig zu dreißig zugunsten der Band. Dann erhält die Band etwa neunundvierzig Prozent des Bruttos, der Veranstalter einundzwanzig Prozent, dreißig Prozent sind vorher für Abzüge weggegangen. Andere Schlüssel und andere Abzüge ergeben völlig andere Anteile.

Abzüge vorab30 %BeispielAnteil Band49 %70 % vom RestAnteil Veranstalter21 %30 % vom Rest
Beispielrechnung eines Türdeals: Aufteilung der Bruttoeinnahmen bei siebzig zu dreißig nach Abzügen

Was der Rider regelt

Neben dem Geld gehört zu den Konditionen der Rider, oft unterteilt in technischen Rider und Hospitality. Der technische Teil beschreibt Bühnenplan, Kanalliste, Monitorwünsche und Strom, die Hospitality umfasst Getränke, Essen, einen Raum zum Umziehen und gegebenenfalls Übernachtung. Bei kleinen Shows reicht oft eine Seite, und je realistischer sie ist, desto ernster nimmt das Team sie.

Formuliere Wünsche als Prioritäten. Was unbedingt nötig ist, etwa genug Monitore für die Sängerin, steht oben. Was angenehm wäre, steht darunter. So kann der Veranstalter ehrlich antworten, statt still einen Teil zu streichen. Mehr zum Aufbau eines technischen Riders findest du im Beitrag Bühne und Livekultur.

  • Bühnenplan und Kanalliste mit allen Instrumenten
  • Monitorwege und gewünschte Mischungen
  • Getränke, Essen und Garderobe für die Band
  • Übernachtung und Parkplatz, falls die Anreise weit ist
  • Anzahl der Gästelistenplätze

Wer zahlt Technik, Werbung und Unterkunft?

Viele Missverständnisse entstehen bei den Nebenkosten. Stellt der Ort PA und Tontechnik, oder bringt die Band beides mit? Wer druckt Plakate, wer bezahlt Anzeigen in sozialen Netzwerken, wer kümmert sich um Pressearbeit? Muss die Band ihre Anreise und das Hotel selbst tragen, oder ist eine Übernachtung im Angebot enthalten? Ein Angebot, das dazu nichts sagt, lässt eine Lücke, die später teuer werden kann. Auch die Werbung ist eine Kondition, und keine kleine. Ein Veranstalter mit eigenem Newsletter und Stammpublikum bringt mehr Menschen in den Raum als einer, der nur einen Eintrag im Kalender macht. Vereinbare, wer welche Kanäle bespielt und wann.

Wie du die Berichterstattung rund um einen Auftritt selbst aufbaust und welche Unterlagen Redaktionen erwarten, beschreibt der Beitrag Release und Presseinfo.

Ein Angebot lesen und nachverhandeln

Lies jedes Angebot mit denselben Fragen. Welches Modell steckt dahinter? Welche Kosten werden vor einer Teilung abgezogen, und sind sie gedeckelt? Was ist mit Technik, Verpflegung, Übernachtung und Werbung? Gibt es eine Regel für den Fall, dass das Konzert abgesagt wird, etwa wegen Krankheit oder Wetter bei einem Open-Air?

Nachverhandeln ist üblich und wird selten übel genommen, wenn es freundlich und konkret passiert. Statt einer höheren Summe kannst du auch nach einer Garantie, einem besseren Schlüssel ab einer bestimmten Besucherzahl oder nach der Übernahme der Unterkunft fragen. Halte alles schriftlich fest, auch bei kleinen Abenden, eine kurze Bestätigung per E-Mail mit allen Punkten genügt. Leichter wird das Gespräch, wenn der Raum schon passt, wie im Artikel zum Veranstaltungsort auswählen beschrieben.

Und eine Frage, die in der Aufregung vor dem Termin leicht untergeht: Wird am Abend selbst abgerechnet oder erst Tage später?

Häufige Fragen

Was ist ein Türdeal beim Konzert?

Beim Türdeal teilen sich Band und Veranstalter die Einnahmen aus dem Kartenverkauf nach einem vorher vereinbarten Schlüssel. Häufig werden davor Steuern, Gebühren und bestimmte Kosten abgezogen. Wie hoch der Anteil der Band ausfällt, hängt also vom Schlüssel und von den Abzügen ab. Lass dir beide Punkte genau beschreiben.

Ist eine Fixgage besser als eine Beteiligung?

Das hängt von deiner Lage ab. Eine Fixgage gibt Planungssicherheit, besonders in neuen Städten oder bei unsicherer Nachfrage. Eine Beteiligung lohnt sich, wenn du sicher bist, dass viele Menschen kommen. Viele Bands bevorzugen deshalb die Kombination aus kleiner Garantie und Anteil ab einer bestimmten Besucherzahl.

Muss ich für ein Konzert einen schriftlichen Vertrag haben?

Ein umfangreiches Vertragswerk ist für kleine Abende selten nötig, eine schriftliche Vereinbarung aber immer sinnvoll. Schon eine E-Mail, in der Datum, Zeiten, Modell der Bezahlung, Technik, Verpflegung und Absageregeln festgehalten sind, schafft Klarheit. Sie hilft beiden Seiten, wenn später Erinnerungen auseinandergehen.

Was passiert, wenn das Konzert ausfällt?

Das regelt idealerweise eine Absageklausel. Üblich ist, zwischen Absage durch die Band, Absage durch den Veranstalter und höherer Gewalt wie Unwetter zu unterscheiden. Fehlt eine Regel, wird es kompliziert. Kläre deshalb vorher, ob und welche Kosten erstattet werden und bis wann eine Absage ohne Folgen möglich ist.

Was gehört in die Hospitality eines Riders?

Meist Getränke für die Band, eine warme Mahlzeit oder ein Essensgeld, ein ruhiger Raum zum Umziehen und gegebenenfalls eine Übernachtung. Halte die Liste kurz und realistisch, besonders bei kleinen Orten. Ein bescheidener, klarer Rider wird eher vollständig erfüllt als eine lange Wunschliste.

Wie spielt man ein Hutkonzert fair?

Sag dem Publikum freundlich und klar, dass der Eintritt frei ist und die Band vom Hut lebt, am besten vor der letzten Nummer. Stell den Hut gut sichtbar auf, ergänze einen Code für digitale Spenden und lass jemanden aus der Band nach dem Set herumgehen. Vereinbare mit dem Ort, ob zusätzlich Getränke oder eine Pauschale dazukommen.